Über

TYPOGRAFIE.

TYPOGRAFIE ist ein monatliches Magazin für Schriftgeschichte und Druckkunst. Schwerpunkt klassische Schriftfamilien (Garamond, Caslon, Bodoni, Helvetica), digitale Typografie mit OpenType und Variable Fonts, Letterpress-Renaissance, Schriftgestalter:innen-Porträts, Kalligrafie- Tradition. Living publication aus einer Buch-Werkstatt mit Heidelberger Tiegel.

Der Name kommt aus dem griechischen τύπος (typos, Schlag, Abdruck) und γραφή (graphē, Schrift). Im engeren Sinn die Kunst des Schriftsatzes mit beweglichen Lettern, wie sie Gutenberg 1455 mit der 42-zeiligen Bibel als reproduzierbares Verfahren erstmals exerziert. Im weiteren Sinn die Gestaltung jedes schriftlichen Trägers — Buchseite, Magazin- Layout, Web-Interface, Plakat — durch Schriftwahl, Hierarchie, Mikrotypografie. Das Magazin nimmt beide Bedeutungen ernst.

Was wir tun

Wir lesen Schriftschnitte mit der Lupe (Lichtschacht-Lupe 10×, Coddington- Lupe 6×), vergleichen Renaissance-Antiqua-Garamond gegen klassizistische Bodoni nach Punzen-Verhältnissen und Strichstärken-Übergängen. Wir konfigurieren OpenType-Features in Glyphs 3.3 — Stylistic Sets ss01-20, Discretionary Ligatures, Variable Font Axes. Wir drucken Probeabdrucke auf einem Heidelberger Tiegel (Original Heidelberger 1953, Restauration 2018 von Werkstatt Bohlsen in Düsseldorf) mit Bleisatz aus dem klassischen Schweizer Setzkasten. Wir verfolgen die deutschen Schrift-Foundries (Lazydogs, Cape Arcona, FontShop legacy) und die internationale Szene.

Was wir nicht tun

Keine sponsored Foundry-Reviews. Keine „Top 10 schönste Schriften"- Listicles. Keine vermarkt-orientierten Lifestyle-Texte über Branding. Die Typografie ist eine 570-jährige technische und ästhetische Disziplin — wir nähern uns ihr mit der Genauigkeit, die diese Tradition verdient.

Der Rhythmus

Ein Heft pro Monat, jeweils zur Monatsmitte. Vier bis sechs Aufsätze aus den acht Ressorts. Wer mitliest, lernt in zwei Jahren ein Schmuckblatt selbst zu setzen und auf einem Vandercook-Andrucker zu drucken.